ahalani records
ahalani-records proudly presents
ahalani records

CD Neuerscheinung

LES HAULZ ET LES BAS
Concilum zu Constanz

Die neueste Coproduktion von ahalani-records mit Deutschlandfunk Kultur. Die CD kann ab sofort in unserem Webshop bestellt werden. Rezensionsexemplare können per Email beim Label angefordert werden: office{at}ahalani-records.com

ico-audio
ico-audio

Das Konzil begann nicht gut für Papst Johannes XXIII. Im Spätherbst des Jahres 1414 - kurz vor seinem Reiseziel - stürzte er auf dem Vorarlberg mit seinem Wagen. Es war ein böses Omen. Dabei hatte er höchstpersönlich zusammen mit König Sigismund das Konzil zu Konstanz einberufen. Zu diesem Gipfeltreffen versammelte sich die politische und geistliche Elite der christlichen Welt, im Gefolge ihre Trompeter und Pfeifer, Chorsänger und Komponisten, die ihren Dienstherren zu den Schauplätzen der Macht folgten. Die zahlreichen Messen wurden mit geistlichen Gesängen auf hohem professionellem Niveau umrahmt, vor den Kirchentüren aber repräsentierten sich die hohen Gäste zum himmlischem Schall und höllischem Lärm von Trompeten und Schalmeien. Augenzeuge Ulrich Richental beschreibt in seiner Chronik des Konstanzer Konzils die Umritte von Köng Sigismund und seinem Gefolge:

"...do viengen all pfiffer und prosoner an pfiffen und prosonen so strenklich, das nieman sin aigen wort wol hören mocht."

Das Ensemble Les haulz et les bas feiert in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum und hat anläßlich der Konzilsfeierlichkeiten ein Programm zusammengestellt, daß die Bläsermusik der Alta Capella repräsentiert, wie sie während des Konzils vor 600 Jahren erklungen haben mag. Sie spielen Kompositionen der großen mittelalterlichen Komponisten Guillaume Du Fay, der vermutlich als Chorknabe nach Konstanz kam und den Pierro de Medici einmal die größte Zierde unseres Zeitalters nennen sollte, Antonio Zachara da Teramo, dessen Name seit 1413 in den Besoldungslisten des Gegenpapstes auftauchte und der seit dem Verschwinden des Papstes aus Konstanz als verschollen gilt; von Johannes Ciconia, dessen Motette Doctorum Principem seinem Patron Francesco Zabarella gewidmet ist, der als Legat des Gegenpapstes mit König Sigismund das Konzil plante; mit Oswald von Wolkenstein, der im Februar 1415 in Konstanz in das Gefolge König Sigismunds aufgenommen wurde, dem berühmten Sänger, Politiker und  Komponisten, der sich selber in seinen Liedern als Raufbold, Unhold und Frauenheld ein Denkmal setzte. Dabei bediente er sich ungeniert im europäischen Liedgut und verwendete mehrstimmige Kompositionen aus Italien, Frankreich und dem deutschsprachigen Raum, die er seinen eigenen Liedern unterlegte. In Konstanz erhielt er entscheidende Anregungen für seine Mehrstimmigkeit.

Gesine Bänfer - Schalmei, Pommer
Ian Harrison - Schalmei, Dudelsack
David Yacus - Busine, Zugtrompeten
Nathaniel Wood - Busine, Zugtrompeten
Nora Thiele - Tympani, Naquares
Andrea Piccioni - Tamburello, Percussion

 

ab Herbst 2018

DIE SCHÖNE IMPERIA
Honoré de Balzac

 

"Es kamen cortisani von allen landen, die och zu
Constencz warend. Ettliche lagen in den ställen
und ettliche in den hütten und winfassen, die an der
gassen lagen. Da warend on haimlich frouwen vil."

1414 bis 1418 trafen sich die politischen Herrscher und geistlichen Würdenträger Europas in Konstanz zum Konzil. Die mächtigste unter ihnen aber war die Hure Imperia, die eigentliche Königin des Konzils, vor der die einflussreichsten Männer der Welt sich verneigten. Balzac beschreibt in seinen "Tolldreisten Geschichten" die Wirrungen um die schöne Imperia und wie sie selbst am Ende der Liebe erliegt.

Sprecherin: Petra Gack
Musik: Gesine Bänfer